SCARY MOVIE 5 – Kritik & Analyse

Die Scary-Movie-Reihe ist die Kloake Hollywoods. In ihr schwimmen wahllose Filmzitate, abgetragene Gags und Stars und Sternchen, die nichts mehr zu verlieren haben. Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Simon Rex, Mike Tyson, Snoop Dogg, Usher, Ashley Tisdale verdienen sich hier eine schnelle Mark an der Blödheit eines infantilen Publikums. Der Erfolg, so sagt man, gibt ihnen Recht und spricht überdies noch für etwas anderes: Die hohe Dichte an Fäkalwitzen deutet, psychoanalytisch gesprochen, auf eine Paraphilie der Macher und der amüsierten Zuschauer hin. Die permanente Beschäftigung mit Exkrementen als Spaßfaktor wird zunehmend bedenklicher. Das ist die Kehrseite einer sauberen Gesellschaft, die die kleinen, vergleichsweise harmlosen Genüsse wie Alcopops, Zigaretten, Fleischessen und Süßigkeiten immer stärker reglementiert und einschränkt. Der unterdrückte Genuß schlägt dann um in Perversionen und Exzesse. Die allgemeine Bewunderung für die Eskapaden eines Charlie Sheen und die mediale Auswertung solcher Phänomene spricht deutliche Worte. „Scary Movie 5″ ist unfreiwillig ein Abgesang auf eine humane Gesellschaft und legt zusätzlich offen, wie tief Hollywood in der Krise steckt. Wenn Filme nur noch als Franchise funktionieren und jeder Einfall dem Markencharakter angepaßt werden muß, ist die Scary-Movie-Reihe letztlich nur konsequent: Sie mixt verschiedene Brandings, die sich in der letzten Kinozeit bewährt haben. Dabei heraus kommt ein Kino-Outletcenter. Mehr dazu im Video!

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