WORLD WAR Z – Kritik & Analyse zum Zombie-Film mit Brad Pitt

Brad Pitt rettet die Menschheit vor den Zombies oder sollte sich die Menschheit vor Brad Pitt retten? Marc Foster glückt mit „World War Z” ein visuell beeindruckender und inhaltlich zwiespältiger Blockbuster mit einer komplexen Struktur. Es ist erfreulich, daß es noch Regisseure gibt, die unter „Blockbuster” nicht nur Überbietung an Effekten, Krach und Schnelligkeit verstehen, sondern innerhalb des Rahmens auch noch große Frage aufwerfen wollen. Brad Pitt spielt einen amerikanischen Familienvater, der sich nach seinem Job bei der UN nun wohl oder übel als Hausmann bewähren soll. Doch als sich die Zombieplage viral über den Globus ausbreitet, ist er plötzlich der rechte Mann für die humanitäre Rettung. Auf einem Militärstützpunkt im Meer versammelt sich eine fragwürdige Elite, die einen Impfstoff gegen das Virus finden will. Brad Pitt verläßt diese transitorische Insel und bricht mit einem Virologen in Städte auf, die nicht mehr die sind, wie wir sie kannten. Die Zombies sind inzwischen überall. Selbst Israels Mauern konnten keinen Schutz bieten und Nordkorea ließ kurzerhand der gesamten Bevölkerung die Zähne ziehen, damit sie sich nicht beißen können. Es ist ein schönes Bild: „Jemanden zahnlos machen” — wird das nicht, wenn wir an die Türkei, an Prism, an Occupy denken, gerade überall von den Mächtigen versucht? Geht man mit den Demonstranten nicht um wie mit Zombies? Der Film ist doppeldeutig zu verstehen, das macht ihn interessant. Denn zum einen beschreibt er die Zombies als bedrohliche Plage, die nur ein wahrer amerikanischer Held stoppen kann. Der Präsident ist ohnehin verloren, heißt es. Zum anderen wäre zu fragen, ob in den äußerst aktiven Zombies nicht auch ein revolutionäres Potential liegt? Sind sie nicht vielleicht eine Allegorie auf die 99% Prozent, von denen die Occupy-Bewegung sprach? Mehr dazu im Video!

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