KINDSKÖPFE 2 – Analyse zum schlimmsten Film des Jahres

Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade, Salma Hayek, Maria Bello, Taylor Lautner, Steve Buscemi und viele mehr greifen in KINDSKÖPFE 2 buchstäblich ins Klo. Komödien haben seit je einen Hang zum Vulgären, Ordinären, ja auch zum Fäkalen. Doch dieser Film reiht sich nicht in diese Tradition ein. Vielleicht kann er es nicht mehr, weil der Tabubruch, die Grenzüberschreitung unter dem vielbeschworenen Denkmantel der Toleranz zum Normalfall geworden ist. Manieren, gepflegte Kleidung und die Einhaltung von Konventionen wird nur noch retrospektiv betrachtet; dazu gibt es MAD MEN. Die sommerliche Hitze gerade beweist es wieder: Da laufen sie in FlipFlops, mit Hotpants oder Bermudas durch die Universitäten und Bibliotheken. Da wird welkes Fleisch ausgestellt, da wird geschwitzt, geächzt und sich gehen gelassen. Aus dem „Jeder soll nach seiner Façon selig werden” ist eine dauernde Belästigung geworden. Richard Sennett ist zuzustimmen: Wir werden von der Intimität des Anderen tyrannisiert. Möglicherweise realisiert sich hier der 68er-Slogan „Das Private ist Politisch” in seiner letzten Konsequenz. Vor allem aber zeigt sich hier, daß die Trennung sich „öffentlich” und „privat” aufgehoben ist. Es gibt schon lange keinen öffentlichen Raum mehr, weil jeder Platz (oberkörperfrei in der Sonne baden), jedes Theater (denken wir an das Verzehren von Getränken und Essen während der Vorstellung), jedwede Politik (Home-Storys, Piraten-Partei, Claudia Roth) nicht nur ökonomisch, sondern auch von den Bürgern selbst privatisiert wurde. Weil es keine Öffentlichkeit mehr gibt, laufen alle herum wie Adam Sandler und seine Kindsköpfe und beklatschen das Einrennen von offenstehenden Türen. Mehr dazu im Video!

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