2001 – A Space Odyssey – Analyse zu Kubricks Meisterwerk

Sie haben abgestimmt und gewonnen hat: 2001 – A SPACE ODYSSEY. Doch es wird auch noch jeweils eine Analyse zu dem Zweit- und Drittplatzierten geben und das sind: FIGHT CLUB & A CLOCKWORK ORANGE. Vielen Dank für die rege Beteiligung bei der Abstimmung. Übrigens: Die Filmvorschläge, die nicht nicht genügend Stimmen erhalten haben, sind vorgemerkt für zukünftige Klassiker-Analysen. Über kaum einen Film wurde und wird bis heute so viel diskutiert wie über Stanley Kubricks 2001 — ODYSSEE IM WELTRAUM. An diesem enigmatischen Meisterwerk der Filmgeschichte scheiden sich die Geister. Helfen Nietzsche, Freud, die christliche oder buddhistische Philosophie, Schopenhauer, Heidegger oder Foucault um dieses Werk zu erklären? Die Antwort darauf lautet „Nein!”. Jeder Versuch, einen narrativen Faden zu verfolgen und zu erklären, scheitert früher oder später. Zwar kann man unendlich viele Diskurse ausmachen — die Antiquiertheit des Menschen, die Dialektik der Aufklärung, die totale Überwachung –, doch sobald man sich auf eine Position oder gar eine Botschaft festlegen möchte, entgleitet einem der Film wieder aus den Händen. Lediglich kann man sich auf diese Weise dem Film annähern, letztgültig entschlüsseln kann man ihn nicht. Darin liegt die ungeheure anhaltende Faszination, die er auf uns auslöst. Sollte man also besser von 2001 schweigen? Kubrick selbst hat interpretatorische Aussagen zu seinen Filmen weitgehend vermieden. Oder sollte man sich auf die esoterisch-kosmologischen Deutungen einlassen, die den Film in die New-Age-Ideologie einspeisen wollen? Mitnichten geht es Kubrick um diese hedonistische, simple Spiritualität. Kubrick präferiert ganz und gar das Primäre, das von Analysen, Kritiken und Diskursen letztlich unberührt bleibt. Das Kunstwerk ist da — daran ist nichts zu ändern. Man möchte einmal die gerade so beliebten Kunstpädagogen (wer in den letzten Jahren mal im Museum oder Theater war, weiß, wovon ich rede) erleben, wie sie diesen verschlossenen Film mundgerecht aufbereiten wollen. Doch genau an diesem Punkt öffnet sich immerhin ein Weg für eine Interpretation; denn 2001 — ODYSSEE IM WELTRAUM ist in erster Linie ein künstlerisches Manifest, ein Kunstwerk über die Kunst, ein Film über den Film. Mehr dazu im Video!

Comments
One Response to “2001 – A Space Odyssey – Analyse zu Kubricks Meisterwerk”
  1. Peter Nitsch sagt:

    Sehr geehrter Herr Schmitt, ich schätze Ihre philosophiielastige Filmanalyse, fiinde jedoch, dass sie bei Kubricks “2001″ nicht genug Erkenntnisgewinn bringt. Die literarische Vorlage von Arthur C. Clarke war eine science fiction Geschichte, in der – ein wenig wie bei Erich von Däniken – gutwillige extraterrestrische Lebewesen die Evolution der Menschheit mit Hilfe der Monolithen verfolgen und ihr zuweilen (z.B. beim Werkzeuggebrauch der Affenhorde, der bis zur Raumfahhr führt) nachhelfen. HAL schnappt über, weil er mit der Tatsache, dass den Jupither-Astronauten die Änderung ihres Missionszwecks verheimlicht wird (sie sollen jetzt den Ort untersuchen, an dem sich die Monolithen auf dem Jupither versammeln), nicht zurecht kommt und die Astronauten für eine Gefährdung der Mission zu halten beginnt. Im letzten Fünftel des Films findet der einzige überlebende Astronaut in Jupithernähe einen Transmitter vor, der ihn weit weg irgendwohin ans anndere Ende der Milchstraße transportiert. Bei Zugrundelegung phyiskalischer Prinzipien hätte er übrigens schon den Versuch, ohne Raumhelm wieder das Mutterschiff zu betreten, nicht überlebt. Die Außerirdischen sperren ihn in enen Zoo, er wird alt und stirbt und wird als ‘Sternenkind’ wiedergeboren, das mit überirdischen Fähigkeiten ausgestattet der vom Atomkrieg bedrohten Menschheit den Frieden bringen wird und den Krieg verhindern. Richtig ist, allerdings dass Kubrick mit seiner visuellen Überwältigungsästhetik kein Interesse daran hat, dass seine Zuschauer den Plot verstehen. Da hiilft nur, sich die verfilmte Romanvorlage anzuschauen, endogen ist der Film gewollt unverständlich um mögliichst lange nachzuwirken. Freundliche Grüße, Peter Nitsch

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