A CLOCKWORK ORANGE – Klassikeranalyse

„Uhrwerk Orange” („A Clockwork Orange”) ist bis heute umstritten. Stanley Kubrick hat mit dieser Romanverfilmung einen großen Coup gelandet. Bis heute ist sein Film in vielfacher Hinsicht entlarvend. Die einen wollen in ihm einen Kultfilm sehen und verbieten sich damit jedes Nachdenken, ein paar andere verurteilen das Werk als faschistisch und gewaltverherrlichend und dann sind da — glücklicherweise — jene, die diesen Film als ein großes Kunstwerk schätzen und die den Film immer wieder zur Selbstbefragung und zu philosophischen Fragestellungen heranziehen. Entlarvend ist vor allem die Reaktion des amerikanischen Großkritikers Roger Ebert. Er war sich nicht zu blöde, den Film aus moralischen Gründen zu verreißen. „ I don’t know quite how to explain my disgust at Alex (whom Kubrick likes very much, as his visual style reveals and as we shall see in a moment). Alex is the sort of fearsomely strange person we’ve all run across a few times in our lives — usually when he and we were children, and he was less inclined to conceal his hobbies.”, heißt es in Eberts Kritik und man hat den Eindruck, Kubricks Meisterwerk wird hier mit Kategorien, die man bei einem well-made-play von Tennessee Williams angebracht wären, beurteilt, ja, verurteilt. Doch genau diese Sichtweise, die der Einfühlung, des Psychologisierens verweigert sich Kubrick. Wer mit braver Bürgersmoral ins Kino gehen will, der meide Kubrick (und noch ein paar andere Meisterregisseure der Filmgeschichte). „A Clockwork Orange” führt uns an eine Grenze, nein, er treibt uns über diese hinaus: Was bedeutet eigentlich Gewalt? Warum genießen wir Gewalt? Ist die Kunst eine Möglichkeit zur Humanisierung des Menschen? Das sind die Fragen, denen sich der Film in seiner ganzen Radikalität stellt. Mehr dazu im Video!

Leave A Comment