DUELL – Kritik & Analyse zu Spielbergs Debüt

1971 entstand Steven Spielbergs erster Spielfilm, der unter dem umfangreichen Werk des wohlerfolgreichsten Regisseurs der Welt eher ein Schattendasein fristet. Zu Unrecht! Denn in „Duell”, der eigentlich nur als Fernsehfilm geplant war, offenbart sich bereits das große Spielberg-Universum. Es ist das Konzentrat, der Ursprung, von dem aus sich alles Weitere ergibt. Mit einem Budget von 450000 Dollar und gerade mal 16 Drehtagen schuf der junge Filmemacher ein Werk, das bei der Kritik viele Bewunderer fand und auch die Zuschauer faszinierte. In den Siebzigern hatte das Westerngenre seine besten Zeiten hinter sich, doch die narrative Struktur spielte in Filmen wie „Easy Rider” oder „Fluchtpunkt San Francisco” weiterhin eine große Rolle — nur sind die Protagonisten nicht länger zu Pferde unterwegs. Auch „Duell” handelt von einem Cowboy wider Willen. Es ist kein Zufall, daß der westernerprobte Gregory Peck ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen war, der jedoch ablehnte und man sich für den Star einer Westernserie, Dennis Weaver, entschied. Noch deutlicher oder gar überdeutlich wäre mit Peck auch die Verbindung zu Hitchcock geworden. Denn auch in „Duell” gerät ein unbescholtener Bürger unverschuldet in eine verbrecherische Situation. Dennis Weaver spielt einen typischen Vertreter, der auf dem Highway auf dem Weg zu einem Kunden ist und aus unerfindlichen Gründen von einem LKW, dessen Fahrer man nie zu Gesicht bekommt, attackiert wird. Wie Hitchcock baut auch Spielberg Suspense dadurch auf, daß er die Bedrohung klar und deutlich sichtbar macht. Wie das Haus in „Psycho”, das Flugzeug in „Der unsichtbare Dritte” oder die Vögel in „Die Vögel” ist auch der Lastwagen in „Duell” ein archetypisches Symbol für eine unaussprechliche Bedrohung. Doch bei all den Reminiszenzen gelingt Spielberg mit seinem ersten Langfilm etwas sehr Eigenes. Mehr dazu im Video!

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