Oscarverleihung 2014 – Die besten Filme

Die Academy of Motion Picture Arts Sciences hat 2014 in der Kategorie “bester Film” neun Werke nominiert. Verdient haben die Nominierung lange nicht alle Filme und es ist eine Dominanz an Mittelmäßigkeit bei der diesjährigen Oscar-Verleihung auszumachen. Wenig Überraschendes, viel Gewöhnliches, sodaß eher in Kategorien wie “Bester Dokumentarfilm” (z.B. THE ACT OF KILLING) oder “Bester fremdsprachiger Film” (z.B. LA GRANDE BELLEZZA; DIE JAGD) wirklich anspruchsvolle Filme vertreten sind. Immerhin ist in diesem Jahr aber Verlaß auf Martin Scorsese und seinen grandiosen Börsen-Film THE WOLF OF WALL STREET.

Die nominierten Filme:

DALLAS BUYERS CLUB Regie: Jean-Marc Vallée
12 YEARS A SLAVE Regie: Steve McQueen
NEBRASKA Regie: Alexander Payne
PHILOMENA Regie: Stephen Frears
GRAVITY Regie: Alfonso Cuarón
HER Regie: Spike Jonze
AMERICAN HUSTLE Regie: David O. Russell
CAPTAIN PHILLIPS Regie: Paul Greengrass
THE WOLF OF WALL STREET Regie: Martin Scorsese

Comments
One Response to “Oscarverleihung 2014 – Die besten Filme”
  1. Sven sagt:

    Sehr geehrter Herr Schmitt,

    leider weiß ich nicht, wie ich Sie anders als über die Kommentarfunktion anschreiben kann. Dennoch hoffe ich, dass Sie diese Nachricht erreicht, und hoffe, dass diese nicht als Kommentar zum Video angezeigt wird.

    Wieder einmal herzlichen Dank für Ihre wunderbaren und treffenden Analysen. Zu drei Ihrer Kritiken möchte ich mit dieser Mail einen Kommentar geben.
    Zu der Kritik von “Tanz der Teufel” möchte ich hinzufügen, dass es sich hierbei auch um einen der “Urfilme” des postmodernen Feminismus handelt. Denn wenn ganz selbstverständlich dargestellt wird, wie die hysterisch kichernde Frau durch minutenlanges Ohrfeigen durch den Mann ruhiggestellt werden “muss”, oder wenn die Natur selbst das natürliche tut und die Frau, die “es ja auch will” vergewaltigt, dann sind das lehrbuchhafte Bespiele für Subversion durch Affirmation, weil der männliche Blick völlig übersteigert wiedergegeben wird und die Frau alles ohne Klagen ertragen muss. Deshalb sind die Männer auch vollkommen entsetzt und ratlos, als die Frauen dem Ruf “Join us” folgen und sich gegen die Bevormundung auflehnen, denn in dieser männlichen Sicht auf die Weiblichkeit ist Widerstand nicht vorgesehen und die Frauen können nur zu Dämonen verwandelt sein, wenn sie so agieren. In diesem Sinne ist es auch nicht erstaunlich, dass vor allem ein Poster des Films (in vielen Varianten) in den USA immer noch sehr präsent in manchen Läden zu sehen, ist, “The Ladies of The Evil Dead”.

    Zu Ihrer Analyse “Warum in der Zigarettenwerbung nicht mehr geraucht wird” möchte ich anmerken, dass man diesen Effekt der Surrogation im Surrogat Film auch sehr gut an der Reaktion der derzeitigen “Generation Porno” auf Veränderung in der Pornoindustrie erkennen kann. Denn während der Konsum von Pornografie dem Betrachter eine Welt vorführt, in der es keine Geschlechtskrankheiten, ungewollte Schwangerschaften oder Eifersucht gibt, sondern die einzige Sorge der Akteure sein könnte, dass sie einen Moment kang nicht sexuell aktiv sein könnten, zeigt die sehr intensiv geführte Diskussion um die Verwendung von Kondomen in den Produktionen, dass in dieser “letzte Bastion” des ungezügelten Genusses und Konsums den Machern und Konsumenten sehr bewusst ist, dass diese Stellung der Pornografie als letzte Alternative zum gezügelten (Hollywood) Kino unbedingt zu verteidigen ist (um damit Geld verdienen zu können) und wie wichtig das Aufrechterhalten dieser Illusion in unseren domestizierten Zeiten ist (wie auch Lars von Trier letzter Film andeutete).

    Zu Ihrer aktuellen “Godzilla” Kritik will ich abschließend noch sagen, dass man nicht nur im Blick auf das Große, auf die den Menschen überwältigenden Technik die Degradierung der Menschheit auf die Zuschauerrolle erkennen kann, sondern auch in alltäglichen Dingen und Angelegenheiten kann man eine Dekonstruktion des Menschen als aktiver Gestalter seiner Umwelt erkennen. Als Besipiel möchte ich meinen Lieblingsfilm anführen, Schweinchen Babe in der großen Stadt (zu dem ich mir auch sehr gut eine Analyse Ihrerseits vorstellen könnte).

    Noch einmal vielen Dank für Ihre Analysen, ich freue mich jeden Samstag wieder auf Ihr neuestes Video und hoffe, Sie bleiben uns noch lange auf YouTube erhalten.

    Beste Grüße,
    Sven

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