TOP 10 – die besten Filme des Jahres 2014

Der berühmte Hölderlin-Vers „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ passt gut zum Kinojahr 2014. Auch wenn meine mehr als 150 Kinobesuche überwiegend enttäuschend waren, gab es in diesem traumatischen Kinojahr dennoch einige Meisterwerke zu sehen, die den Schund und das erbärmliche Mittelmaß, oft von Kritikern und Jury-Mitgliedern noch brav gebilligt, dauerhaft überragen werden. Die Top 10 beweist, das Kino ist keineswegs tot. Wir Zuschauer befinden uns im Kino in einer ähnlichen Situation wie die Schulklasse in Rok Bičeks Geniestreich, der es auf den zweiten Platz geschafft hat: Auch wenn es eine Hierarchie gibt, auch wenn wir zur Leinwand bzw. zum Lehrer aufsehen müssen und Interaktivität in Form von wohlfeilem Mitmachtheater unmöglich ist, können wir erst in dieser nur scheinbar passiven Situation aktiv werden und uns positionieren. Erst die antagonistische Struktur ermöglicht emanzipatorisches Denken. Zu wünschen wäre es, wenn sich dies auch die Filmkritiker und ihre Leser zu Herzen nehmen würden und dem ewig rotierenden Rad der Bestätigung in die Speichen fallen.

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