Die eiserne Lady


Nach dem Abba-Film „Mamma Mia“ nimmt sich die Regisseurin Phyllida Llydd mit „Die eiserne Lady“ einer weiteren Legende des letzten Jahrhunderts an: Margaret Thatcher. Eine der umstrittensten Persönlichkeit der Weltpolitik – gleichermaßen verehrt und gehaßt – wird von Meryl Streep gespielt. Allein das ist schon ein Ereignis und wurde mit dem diesjährigen Oscar als „Bester Hauptdarstellerin“ belohnt. Jim Broadbent mimt Thatchers verstorbener Mann Denis als drolligen Sidekick, der in ihr verblaßte Erinnerungen zu neuem Leben erweckt.


Doch warum wurde auch dieser Film so kontrovers aufgenommen? Warum blieben manche Kritiker und Politiker so ratlos gegenüber dem Werk? Liegt es nicht am Ende an der Person Thatcher selbst? Überraschend und beunruhigend ist, daß der Blick durch das Schlüsselloch – die grundsätzliche Programmatik eines Biopics – etwas Monströses zu Tage förderte. Wir spähen durch das Schlüsselloch und sehen nichts weiter als die eiserne Lady. Da ist nicht der „Mensch“ dahinter zu sehen; nein, Amt und Mensch sind eins geworden. Selbst die greise, demente Thatcher wirkt staatstragend durch und durch. Phyllidy Lloydd Film ist ein mediokres Werk, aber dennoch aufschlußreich. Mehr dazu im Video!

Comments
2 Responses to “Die eiserne Lady”
  1. Luis Escriva sagt:

    ..in diesem Zusammenhang wäre es auch einmal interessant die “Rollenauswahl” von Leonardo di Caprio zu beleuchten. Den man ja auch DEN Schauspieler UNSERER Zeit nennt. Fast sämtliche seiner Filmcharaktere sind doppelbödig angelegt, nahezu schizoid. Schon in seiner Paraderolle des Jack Dawson schlüpft er als armer Hungerkünstler in den Wrack eines Emporkömmlings. In “Inception” bewegt er sich, beinahe schizophren, auf verschiedenen Traumebenen. In “Der Mann mit der goldenen Maske” spielt er einen König und seinen verbannten Zwilling. In “Shutter Island” ist er vollends schizophren. In Catch me if you can einen Hochstapler. .. Romeo in der Verbannung.. Zwangsneurotischer Howard Hughes.
    Männer mit falschen Identitäten in “Departed” und “Der Mann der niemals lebte”. So lässt sich die Liste fortsetzen.
    …Schauspieler sind ja die Ikonen der Neuen Zeit, deren Leben und Wirken sinnbildlich unser aller Leben spiegelt, das kaum noch Spielraum lässt, und in der Auflösung des Individuums in der Öffentlichkeit mündet: Die Symbiose von Schein und Sein.

  2. Nils sagt:

    Lehrreicher Artikel. Interessant, wenn man sowas auch mal aus einem anderen Blickwinkel ansehen kann.

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