Titanic 3D


1997 stach der Kinoerfolg “Titanic” mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in See und wurde mit 11 Oscars belohnt. Nun, fünfzehn Jahre später, taucht die Titanic wieder auf der Leinwand auf, um in 3D unterzugehen. Seit seinem Film „Avatar” ist Cameron von der 3D-Technik besessen und wir Zuschauer müssen es ausbaden. Es erlaubt uns aber auch, diesen Klassiker noch einmal in den Blick zu nehmen. Wann sieht man sonst schon im Kino ein so weitläufiges und gleichzeitig komprimiertes Gesellschaftspanorama? Wenn von „Titanic“ die Rede ist, dann denken viele zuerst an die atemberaubende Liebesgeschichte zwischen Jack und Rose – manche schämen sich gar ihrer Tränen nicht. Doch haben wir es hier wirklich mit der größten Liebesgeschichte aller Zeiten zu tun?Warum darf diese Liebe nicht sein? Die zwei verfeindeten Familien aus „Romeo und Julia“ finden wir hier nicht. Wäre die Titanic wohlbehalten im Hafen angekommen und nicht auf einen Eisberg zugesteuert, dann hätte diese Liebe trotz allem kein glückliches Ende genommen: Denn der eigentliche Hinderungsgrund für ein gemeinsames Leben von Jack und Rose sind die Standesunterschiede. Sehen wir nicht einen monumentalen Klassenkampf mit einem tragischen Ausgang?


Zunächst aber haben wir es mit einer klassischen Deflorationsgeschichte zu tun. Die blumige Rose, das Upperclass-Girl, wird von dem armen Künstler Jack entjungfert. Er macht sie zur Frau. Und der phallische Eisberg penetriert das weiblich konnotierte Schiff (DIE Titanic). Es ist beinahe peinlich, daß Celine Dion in „My heart will go on“ tatsächlich singt: „You open the door“. Aber dabei bleibt es nicht. James Cameron erzählt unfreiwillig eine interessante Crossdressing-Story. Haben wir uns nicht schon immer gewundert, daß der Mann Leonardo DiCaprio für seine Schönheit viel mehr Beachtung fand als die Frau Kate Winslet? Mehr dazu im Video!

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