Battleship

Der Kriegsfilm “Battleship” soll, weil das Spielzeugunternehmen Hasbro seit ein paar Jahren in Hollywood mitmischt, die Verfilmung des beliebten Spiels “Schiffe versenken” sein. Sagen wir es so: es ist ein gewagte Interpretation. Regisseur Peter Berg hat auf jeden Fall mit diesem Actionfilm den Stumpfsinn von “Transformers 1-3″ noch einmal deutlich übertreffen können. Es ist tragisch, daß auch gestandene Stars wie Alexander Skarsgard und Liam Neeson sich für diesen Schund hergegeben haben. Wenn man Kritik an einem solchen Blockbuster äußert, passiert es nicht selten, daß dagegen argumentiert wird: „Der will doch nur unterhalten. Man kann dabei einfach mal abschalten und ohne viel Nachzudenken den Film genießen.“ Meine These ist jedoch: Wer diesen Film überhaupt genießen will, muß schon vor sehr langer Zeit – etwa kurz nach dem Eintreten der Pubertät – sein Hirn in den Standby-Modus gefahren haben. Anders wird man die 130 minütige Materialschlacht schwer aushalten können. Mit dabei auf hoher See ist auch das Popsternchen Rihanna, die als Soldatin hilft, den außerirdischen Feind zu besiegen. Wer aber schon immer zur Navy gehen wollte und glaubt, daß George W. Bush ein guter Präsident war, der wird diesen Film lieben. Für aufgeklärtere Zeitgenossen wird dieser Hurra-Patriotismus schnell unerträglich werden. Um es mit Martin Walser zu sagen: “Es gab einmal gemütlichere Kriege.”

Doch interessant ist, wie “Battleship” sein Anliegen – das Rekrutieren von Jugendlichen für das Militär – in den ersten Minuten ganz offen ausspricht. Am Ende geht es um einen Mann, Alex Hopper (Taylor Kitsch), der diszipliniert werden soll, bis er sich systemkonform verhält. Anfangs trägt er noch lange Haare und erscheint im Casual-Look, doch bald wird er schneidig und akkurat als Kapitän das Kommando übernehmen. Wir können in „Battleship“ noch einmal die „gute alte“ Disziplinargesellschaft erleben, die Michel Foucault uns in seinen Werken so ausführlich beschrieben hat. Bei so viel unzeitgemäßer Propaganda – so empfindet es zumindest ein Mitteleuropäer – könnte man fast nostalgisch werden; aber nur fast, denn für diese Art der Begeisterung ist der Film einfach zu langweilig. Mehr dazu im Video!

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