Snow White and the Huntsman


Rupert Sanders hat das alte Märchen von Schneewittchen neu verfilmt. In „Snow White and the Huntsman“ spielt Kristen Stewart Schneewittchen, mehr oder weniger gut, Charlize Theron brilliert als böse, ewig jugendlich sein wollende Stiefmutter und Chris Hemsworth gibt dem Jägersmann einen tiefsinnigen Charakter. Die sieben Zwerge, alle von gestandenen Theatermimen gespielt, sind in dieser Verfilmung acht an der Zahl. Nach der ziemlich albernen Schneewittchen-Version „Spieglein, Spieglein an der Wand“ mit Julia Roberts folgt nun eine düstere Version des berühmten Märchens. Zunächst hält man sich an den grimmschen Originaltext und geht dann im Laufe der Handlung freier mit der Vorlage um. Der Film ist ein großes Spektakel und bei den Kampfszenen weiß man oft nicht, worin sie sich von „Prince of Persia“ oder vom „Kampf der Titanen“ unterscheiden. Bombastisch ist das, sinnstiftend leider nicht. Ein Märchen lebt von Geheimnissen, von Symbolen, von enigmatischen Figuren.

Die fünf beteiligten Drehbuchautoren wollen aber einfach zu viel erklären und verkennen dabei die „Moral von der Geschicht`“. Doch vielleicht bringt uns dieser Film die Tragödie um den Jugendwahn in Hollywood und in unserer Gesellschaft näher. Sieht vielleicht sogar so wie die düstere Szenerie des Films die „Kultur des Todes“ aus, von der Papst Johannes-Paul II. sprach? Wir sollten uns gegen die albernen Psychologisierungen des Drehbuchs zu Wehr setzen und stattdessen eine tiefenpsychologische Deutung wagen, wie sie der Psychologe Bruno Bettelheim in seinem wunderbaren Buch „Kinder brauchen Märchen“ entfaltet. Ist die Welt wirklich in Gut und Böse aufgeteilt. Stehen sich die Stiefmutter und Schneewittchen nicht in Wirklichkeit sehr viel näher, als uns der Film glauben lassen will? Mehr dazu im Video!

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