Christopher Nolan: Eine Werkschau

Dieses Mal beschäftigt sich die Filmanalyse mit dem Regisseur Christopher Nolan. Lange dauert es zum Glück nicht mehr, bis Nolans dritter Teil der Batman-Reihe in den Kinos anläuft. Ein gute Gelegenheit also, das Gesamtwerk von Christopher Nolan in den Blick zu nehmen und sein Grundthema zu analysieren. Das zeichnet ihn, den Regisseur und Drehbuchautor, vielleicht wirklich als den teuersten Autorenfilmer aus: Eigentlich arbeitet er an einem einzigen großen Film. Die einzelnen Filme kommunizieren miteinander, sie diskutieren darüber, was wahr und was falsch ist. Was ist real und was ist Traum, Simulation oder Fiktion. Ein umfassende Analyse aller Filme wäre in diesem Format wohl kaum möglich. Schauen wir uns deshalb nur einmal die Enden von Nolans Filmen an. Ob in seinem Debütfilm „Following”, ob in dem Kultfilm „Memento”, aber auch in „The Dark Knight” und „Prestige — die Meister der Magie” gibt es am Ende immer eine interessante Wendung, es ist als wollte Nolan eine Grundsatzfrage klären. Diese Frage beantwortet er jedoch nicht immer gleich. Nicht nur durch seine Komplexität unterscheidet sich „Inception” von den anderen Nolan-Filmen, auch der Verzicht auf eine finale Antwort löst ihn aus der Genealogie. Was ist nun mit dem Kreisel? Rotiert er weiter oder fällt er? Warum blendet Nolan einfach ab und beantwortet diese Frage nicht? Gewissermaßen wiederholt sich hier das Thema aus der Matrix-Reihe. Wir sollten den ausgeklügelten Plots der Nolan-Filme etwas gleichgültiger begegnen, lösen wir uns von dem Whodunnit und betrachten wir stattdessen die formalen Aspekte. Wo sind die schmutzigen, feuchten und surrealen Träume im Kino geblieben? Nolan bietet uns auf allen Traumebenen atemberaubende Blockbusterbilder. Heißt das nicht, daß die Ideologie Hollywoods nun auch unsere Träume beherrscht? Haben wir vielleicht in unseren Köpfen schon gar keine anderen Bilder mehr, als die des Blockbusterkinos? Der Regisseur Nolan ist dabei nicht nur der Herr über die Bilder, er beherrscht am Ende auch uns Zuschauer. Mehr dazu im Video!

Comments
One Response to “Christopher Nolan: Eine Werkschau”
  1. Maik sagt:

    Sehr Interessante “Werkschau”.
    Finde aber, dass Prestige der beste und stimmigste Film von ihm ist.
    Insomnia würde ich bei so einer Übersicht außen vor lassen, da der Film ein Remake ist
    und Nolan ausnahmsweise nicht das Drehbuch schrieb.
    Und interessant ist auch, dass Following und Inception dem selben Prinzip folgen.
    Beide Protagonisten namens Cobb, brechen in fremde Privatsphären ein und verzerren die Dinge dort.
    LG Maik

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