Eine Replik: Warum Ryan Gosling ein guter Schauspieler ist

Moviepilot hat es in den letzten Tagen bewiesen: An Ryan Gosling scheiden sich die Geister. Vincent Vega überzog in seiner Kolumne „Mr. Vincent Vega eckt an“ den Schauspieler und seine Fans mit viel Häme. Leider vergaß Vega in seiner Tirade Goslings Schauspiel – sei es gut oder schlecht – zu analysieren, stattdessen beschränkte er sich auf darauf, alle Filme als öde abzustempeln, das Publikum von „Drive“ als Hipster zu beschimpfen – und Ryan Gosling persönlich anzugreifen, wobei er die übliche Trennung zwischen dem Menschen Gosling und seinen jeweiligen Rollen ignorierte. Mir persönlich hat Ryan Gosling nichts getan. Über sein Privatleben weiß ich nichts, außer daß er mit Eva Mendes liiert ist. Ich gratuliere. Mich interessiert nur der Schauspieler:

In etwa einem Dutzend Filme hat er bereits die Hauptrolle übernommen. Wie bei jedem Schauspieler sind schwächere Filme darunter. „Wie ein einziger Tag“ ist zwar eine der besseren Nicholas-Sparks-Verfilmung, aber es bleibt eben doch Kitsch. „Mord nach Plan“ und „Das perfekte Verbrechen“, in denen Gosling ob im homoerotischen Verhältnis zu Michael Pitt oder mit Anthony Hopkins rivalisierend das Schauspielen vor allem als Spiel mit dem Anderen begreift, sind auch keine Glanzstücke. Doch dann verdanken wir Ryan Gosling großartige Filme wie „Half Nelson“, in dem er seinen Körper für die Veranschaulichung der hegelschen Dialektik zur Verfügung stellt; „Blue Valentine“, in dem er die Schönheit des Verliebtseins und die Häßlichkeit des Endes einer Liebe verstörend verkörpert; und „Drive“ ist einfach SEIN Film. Der Regisseur Nicolas Winding Refn hat mit „Drive“ eine Tragödie von antiker Größe geschaffen, ihr tragischer Held ist Ryan Gosling. Gewalt und Leidenschaft, Schönheit und Brutalität bündeln sich in diesem Darsteller. Doch was macht seine Schauspielkunst aus? Ein Verwandlungskünstler, der in jede Rolle schlüpfen kann ist er nicht. Vielleicht liegt das Geheimnis des Phänomens Gosling in der Verbindung von Gesicht und Körper. Vielleicht gibt es mit ihm eine neue Leiblichkeit im Kino. Mehr dazu im Video!

 

Comments
4 Responses to “Eine Replik: Warum Ryan Gosling ein guter Schauspieler ist”
  1. Stefan sagt:

    Ich glaube, diese Analyse hast Du frei vorgetragen und nicht abgelesen, oder!? Man kann auf jeden Fall besser folgen, es wirkt nicht so steif, es bringt mehr DEINE Meinung rüber. Wobei diese Steifheit kann natürlich auch gewollt sein, ich weiß es nicht, die Leichtigkeit finde ich allerdings besser.
    Sonst: Mach weiter so, tolle Kritiken – auch toll, dass Du mittlerweile auf anderen Kanälen / Portalen zu sehen bist :)

  2. jonas sagt:

    deine Kritik ist für mich absolut nachvollziehbar und gut strukturiert vorgetragen. Ist auch einer meiner Lieblingsschauspieler! Bitte weiter so konstruktiv!!!!!! :)

  3. Mr. Anonymus sagt:

    Deine Kristik zu “The Master” ist einfach nur ein Witz – so dermaßen unbedacht wie du deine Meinung vorträgst.
    Du hast den Film übrhaupt nicht durchdrungen! Leider muss ich dir sagen, dass du zwar meinst, den Film durchdrungen zu haben, in Wirklichkeit aber im Dunkeln tappst – da du auf deiner Interpretationsebene pseuointelektuell herumstocherst ohne im Ansatz verstanden zu haben, was Anderson sagen will. Dir ist nicht zu helfen.

    • MrSalzindiewundeschlampe sagt:

      junge, “kino anders gedacht” das ist die Prämisse des Blogs. Außerdem “Pseudo” ist in wharheit dein kommentar, da du dir nichtmal die Mühe machst deinen standpunkt zu untermauern. lol
      Ich glaub eher das du dich angegriffen fühlst und dass das deine eigentliche Motivation war deinen shiat hier zu setzen, den keinen außer scheinbar mich interessiert.
      In gewisser weise kann ich dich also nachvollziehen und ganz nebenbei kann ich es dir auch gleich so sagen, das es vollkommen bedeutungslos ist, was du hier bezwecken wolltest. Wie schon mehrmals erwähnt, schauen ist nicht gleich sehen. ätsch,.

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