The Dark Knight Rises

Mit „The Dark Knight Rises“ ist Christopher Nolan eine düstere Analyse unserer Gesellschaft gelungen. Es ist ein packender Ensemble-Film, in dem sich alle Größen des Schauspiels wie Christian Bale, Morgan Freeman, Michael Caine, Marion Cotillard, Anne Hathaway, Liam Neeson und Joseph Gordon-Levitt ganz in den Dienst das Sache stellen. Keiner von ihnen bekommt einen großen Auftritt, sie sind einfach wie selbstverständlich da. Die Frage „Quo vadis?“ beantwortet der letzte Teil der Trilogie äußerst pessimistisch. Wie könnte eine Revolution aussehen und was passiert, wenn die Gesellschaftsordnung umgeworfen wird? Mit einer gewöhnlichen Comic-Verfilmung hat der Film nur noch wenig zu tun, vielmehr nähert sich dieser Blockbuster an das Revolutionsdrama „Dantons Tod“ von Georg Büchner an. Der Amoklauf von Aurora wirft – ob wir es wollen oder nicht – ein anderes Licht auf die Batman-Reihe. Es ist sinnlos über die Tat eines Verrückten zu spekulieren – zu viel der Ehre.

Eine Lehre können wir aber dennoch daraus ziehen. Nolan meinte, das Kino sei ein „unschuldiger Ort“, der nun brutal entweiht worden sei. Meines Erachtens ist das nicht haltbar. Das Kino war und ist nie ein unschuldiger Ort gewesen. Das Kino sagt uns, was wir begehren sollen, es spielt mit uns, manchmal ist es sogar manipulativ. Und ist nicht gerade Nolan ein großer Verführer, der uns Zuschauer stets fest in der Hand behält? Doch „The Dark Knight Rises“ ist lange nicht so brutal wie andere Filme, die explizit Gewalt verherrlichen. Wir sollten uns  auch nicht auf die simple kausale Argumentation einlassen, wonach Gewalt im Kino auch Gewalt in der Realität produziert. Interessant sind die alarmierenden Reaktionen auf den Amoklauf: Taschenkontrollen, hohe Sicherheitsvorkehrungen und das Verbot von Kostümierungen. Die Schurken Joker und Bane führen ja ständig vor, auf welch tönernen Füßen Gotham City steht, wie der Geist des Terrorismus Menschenmassen in Angst und Schrecken versetzen kann. Vielleicht sind Film und Wirklichkeit an diesem Punkt gar nicht so verschieden. „The Dark Knight Rises“ ist und bleibt ein Blockbuster, wenn auch ein ungewöhnlich geistreicher. Und wie jeder Blockbuster hat auch er einen blinden Fleck. Mehr dazu im Video!

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