Das Bourne Vermächtnis

Der vierte Teil der Bourne-Reihe findet ohne Jason Bourne statt. Matt Damon hatte kein Interesse an einem vierten Teil und auch der Regisseur Paul Greengrass überließ die Realisierung von “Das Bourne-Vermächtnis” lieber Tony Gilroy, der schon an den Drehbüchern der früheren Bourne-Filme mitwirkte. Der psychologische Tiefgang der Figur Jason Bourne fehlt dem neuen Agenten Aaron Cross, was nicht zuletzt an der mediokren Leistung von Jeremy Renner liegt. Doch wie schon die ersten drei Filme der Reihe stellt auch der neue wieder brennende Fragen an die Gegenwart. Was, wenn wir den Rousseau`schen Gesellschaftsvertrag noch einmal überdenken müssen? Wie Jason Bourne kommt auch Aaron Cross am Anfang des Films aus dem Meer, aus dem Naturzustand, um dann in die Gesellschaft einzutreten. Mehr oder weniger freiwillig wurde Teil eines Programms, wovon Treadstone nur der der Anfang war.

In einem Interview meinte Gilroy, wir leben in einer Fearocracy. Die Angst bestimmt unser politisches Handeln. Sind wir überhaupt noch frei? Oder ist das System länst so übermächtig, wie es Bourne und Cross zu spüren bekommen. Wir befinden uns im Zeitalter nach 9/11. Und als vor 10 Jahren “Bourne Identität” in die Kinos kam, war die digitale Überwachung noch in den Kinderschuhen. “Bourne Vermächtnis” greift die Thematik erneut auf, die aktueller denn je ist – die Facebook-Timeline winkt uns. Aber auch die biopolitischen Maßnahmen treten deutlicher zu Tage. Genmanipulation und die Manipulation durch Medikamente bestimmen nun die Identität des Agenten Aaron Cross. Seine Filmpartnerin Dr. Marta Shearing, gespielt von Rachel Weisz, arbeitet an einem Menschenverbesserungsprogramm, dessen Schattenseiten ihr zu spät klar werden, da sie an die „reine Wissenschaft“ glaubt. Wer ist Aaron Cross? Vielleicht hat er sein Selbst schon längst verloren. Mehr dazu im Video!

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