To Rome With Love

Mit „To Rome with Love“ ist Woody Allen bei seiner Europareise nach London, Paris und Barcelona in Rom angekommen und beschenkt uns mit einem komödiantischen Episodenfilm. Neben Penélope Cruz, Alec Baldwin, Roberto Benigni, Jesse Eisenberg, Ellen Page und vielen anderen spielt auch Woody Allen selbst mit und mimt einen kauzigen Opernregisseur im Ruhestand. Von der Kritik war allseits zu hören, Allen biete nur einen pauschaltouristischen Blick auf die Ewige Stadt und auch bei seinen Geschichten hapere es an Originalität. Auf den ersten Eindruck mag das stimmen und doch hat es bei diesem Meisterregisseur Methode. Er ist viel zu gebildet, um der Einbildung zu erliegen, er könne das „authentische, echte“ Rom einfangen. Dies überläßt er den Pauschaltouristen des 21. Jahrhunderts, die meinen, die Wahrheit einer Stadt läge nicht in den bewährten Kulturdenkmälern und Sehenswürdigkeiten, sondern in den kleinen Gassen, den urigen Cafés und den offenen Geheimtips – weil jeder, wenn er nach Rom reist, ein bißchen dolce vita erleben will.

Woody Allen glaub nicht an Authentizität und Echtheit und in unserer heutigen Welt, in der jede Ecke von Rom schon tausendfach photographiert oder abgefilmt wurden ist, gibt es nur noch bessere oder schlechtere Kopien. Marlene Dietrichs berühmter Ausruf „I`ve been photographed to death!“ gilt auch für Rom. Im Zeitalter der unentwegten Reproduzierbarkeit ist ein auratisches Kunsterlebnis so selten wie eine originelle Geschichte – deshalb kopiert und recycelt Allen in „To Rome with Love“ alles, was ihm irgendwie brauchbar erscheint. Wenn es Originalität geben sollte, dann höchstens noch in Form einer schönen Pointe, wenn zum Beispiel eine Oper inszeniert, bei der ein Tenor tatsächlich unter der Dusche singt. Es sind diese kleinen Einfälle, die die Größe von Woody Allen illustrieren und diesen Film so sehenswert machen. Mehr dazu im Video!

Comments
One Response to “To Rome With Love”
  1. Ingo sagt:

    “To Rum With Love” — sehr interessant….

Leave A Comment