Schutzengel

Til Schweiger versteht sich neuerdings wohl als Autorenfilmer. In seiner Sehnsucht endlich im deutschen Feuilleton anzukommen, liegt vermutlich die Motivation für dieses Projekt. „Schutzengel“ ist ein Film über einen deutschen Soldaten, der aus Afghanistan heimgekehrt ist. Vorbei also die Zeiten der plumpen Witze, der romantischen Komödien, der Küken und Hasen? Nicht so ganz; denn Schweiger will mit diesem Film einfach alles: Ein Heimkehrer-Drama wie „Draußen vor der Tür“, einen Actionthriller mit Tarantino-Anklängen und eine romantische Komödie nach seinen selbstgeschaffenen Vorbildern erzählen. Eine ganze Riege von Film- und Fernsehstars läßt der Regisseur Schweiger in diesem Film auftreten… und sterben, damit der größte unter ihnen überleben kann: der Schauspieler Til Schweiger. Moritz Bleibtreu, der sich immer für Qualität im Fernsehen stark machen will, Karonline Schuch, Katharina Schüttler, Kostja Ullmann, Heiner Lauterbach, Axel Stein und viele mehr haben sich wohl gesagt: Geld stinkt nicht.

Doch der Film wäre allerdings nur halb so ärgerlich, wenn Schweiger nicht noch nach Afghanistan gereist wäre, um dort positive Stimmen zu seinem Machwerk einzufangen. Dieser gelungene Marketingcoup sollte einem zu denken geben. Denn wie ist es mit unserem Respekt vor den deutschen Soldaten bestellt, wenn man sie für einen Kinotrailer instrumentalisiert? Hier geht es nicht darum, ob man für oder gegen diesen Krieg ist. Es geht vielmehr darum, ob man so mit Soldaten in einer Notsituation umgehen sollte. Tu` ‘Gutes’ und sprich darüber, lautet aber leider die Schweiger`sche Devise. „Schutzengel“ läßt sich nur mit seinen eigenen Waffen bekämpfen, mit den Waffen der Polemik. Deshalb heute eine etwas andere Filmanalyse!

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