WARM BODIES und die repressive Toleranz

Der mit Nicholas Hoult, Teresa Palmer, Dave Franco und John Malkovich überaus gut besetzte Zombie-Film “Warm Bodies” von Regisseur Jonathan Levine hält in der ersten Hälfte, was er verspricht: Neoromantik, ein bißchen Nostalgie für Plattensammler und Joni-Mitchell-Fans und eine Romeo & Julia-Variation für das postapokalyptische Zeitalter. Die Kulturfigur des Zombies hat heute Hochkonjunktur. Der Zombie steht sowohl für den Anderen schlechthin als auch für unser Spiegelbild, dank Schönheitschirurgie, Botox und Fitneßwahn. Es könnte also spannend sein, wenn sich Mensch und Zombie gegenüberstehen und sich sogar ineinander verlieben. Doch wenn man dem Anderen sein Anders-Sein nimmt, dann nennt man das heute (neo)liberale Identitätspolitik. So geschieht es in diesem Film. Doch gerade diese Form der Integration bzw. der erzwungenen Assimilation hat einen hohen Preis: nämlich die Aufgabe des Ichs. Und wer nicht mitspielt, wird getötet. Genau das propagiert dieser Film. Man sollte sich von der verschrobenen Romantik, dem harmlosen Hipstertum nicht einlullen lassen; dahinter steht ein Regime der Ausgrenzung. Mehr dazu im Video!

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