GI Joe 2 – Warum Frank Schirrmacher Recht hat

Es gibt Filme für Menschen, die das Kino hassen müssen. So ein Film ist „G.I. Joe 2 — die Abrechnung” von Jon M. Chu mit Channing Tatum, Bruce Willis und Dwayne Johnson. Bereits der erste Teil degradierte die Leinwand zu einem Helfershelfer für Spielzeugkonzerne, die Videospielindustrie und das Militär. Diese unerträgliche kulturindustrielle Propaganda lockt Myriaden von Menschen ins Kino und man fragt sich, was sie dort eigentlich wollen? „G.I. Joe”, „Transformers”, „Battleship” – Warum wollen Menschen so etwas sehen? Das ewige Argument „Ist doch einfach nur Unterhaltung” sollte man nicht zählen lassen. Denn was steckt dahinter, wenn man sich wirklich von so etwas unterhalten fühlt? Wer einen solchen Film genießen kann, muß über Jahre von einer Industrie (und damit einer Weltanschauung) infiltriert worden sein, bestehend aus blindem Fortschrittsglauben, Intellektuellenfeindlichkeit, Versachlichung des Menschen und einem blanken Haß auf alle Kunst. Weil das so ist, eignet sich „G.I. Joe” selbstverständlich besonders für eine Analyse. Nach diesem Machwerk weiß man mehr über unsere Gesellschaft — wo sie hintreibt, was sie begehrt und ob sie überhaupt noch zu retten ist. Nur mit den großen Kulturpessimisten im Gepäck kann man dem noch Herr werden. Schon vor Jahrzehnten sprach der Schriftsteller Ernst Jünger von der „Verzifferung der Welt”, doch womit „G.I. Joe” hier aufwartet, hätten selbst Jünger, Spengler und Carl Schmitt zusammen nicht gerechnet. Ist es also die Lust am Untergang, die die Massen in die Kinos treibt? Schließen sich die Zuschauer den Worten „Möge es recht schlimm werden!” von Hans Erich Nossack an, die er zum drohenden Bombenangriff auf Hamburg niederschrieb? Das wäre noch zu hoch gegriffen — denn sie wissen nicht, was sie tun. Mehr dazu im neuen Video!

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