SPRING BREAKERS – KIDS – KEN PARK im Vergleich

Der Regisseur Harmony Korine, Drehbuchautor von „Kids” und „Ken Park”, hat mit seinem Film „Spring Breakers” ein verstörendes Werk geschafften, das man so schnell nicht wieder vergißt. Zunächst sieht alles nach einem erfolgreichen Marketingcoup aus: die Kinderstars Vanessa Hudgens und Selena Gomez zeigen viel nackte Haut. Sie geraten im Partytaumel auf Abwege und in die Hände eines verrückten, sexbesessenen Gangsters, den James Franco lustvoll abgründig verkörpert. Doch die voyeuristische Lust wird nur bedingt befriedigt. Korine geht es um mehr, ihm gelingt ein Sittengemälde einer verlorenen Generation — zwischen Hedonismus, Suche nach Erlösung und abgründiger Schönheit. Immer wieder fragt man sich, was soll das eigentlich? In Endlosschleifen präsentiert man uns Bilder wie aus Musikvideos oder Hochglanzwerbungen, die mit quasi-spirituellen Phrasen aus dem Off unterlegt sind: „Das ist ein besonderer Ort! Das ist das Paradies! Wir haben uns selbst gefunden”. Schönheit und Brutalität, Jugend und Tod waren sich selten so nah wie in diesem höchst ambivalenten Film. Die Text-Bild-Schere geht im Laufe des Films weiter und weiter auseinander, bis am Ende eine unmittelbar fühlbare Leere entsteht, wie man sie selten im Kino erleben konnte. Der vordergründige Trash wird zu einem exzellenten Kunstkino, das um die Möglichkeiten des Kinos weiß. Was mit „Kids” begann und „Ken Park” fortgesetzt wurde, wird nun mit „Spring Breakers” noch einmal zugespitzt und tatsächlich zu einem Endpunkt getrieben. Harmony Korine ist wie Larry Clark ein radikaler Filmemacher, der es nicht bei einer traditionellen Kulturkritik bewenden läßt. Er geht stets einen Schritt weiter, der ihn notwendigerweise bei Britney Spears ankommen läßt. Verlogenheit und Wahrheit sind dann eins. Mehr dazu im Video!

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